Entwicklung neuartiger textilbasierter Materialien für die Dekontamination von Kunst- und Kulturgütern (DekonTex)

ZIEL DES VORHABENS

Mit  „DeKonTex“ beginnt ein innovatives Vorhaben zur Entwicklung eines textilen Materials zur Dekontamination von Kunst- und Kulturgütern. Ziel ist es, ein textiles System zu schaffen, das Schadstoffe effizient aufnehmen, chemisch abbauen und dabei schonend mit sensiblen Oberflächen historischer Objekte interagieren kann.

Hintergrund des Projekts ist die weit verbreitete Belastung historischer Bauwerke und Sammlungsobjekte mit chlororganischen Bioziden wie DDT, Pentachlorphenol oder Lindan. Diese wurden über Jahrzehnte als Schutzmittel gegen Schädlingsbefall eingesetzt, gelten heute jedoch als toxisch und potenziell krebserregend. Viele dieser belasteten Objekte sind Teil bedeutender Kulturgüter in Museen, Kirchen und historischen Gebäuden – darunter auch zahlreiche in der Kulturregion Vogtland.

„DeKonTex“ verfolgt einen interdisziplinären Ansatz: Das geplante Material soll nicht nur Schadstoffe binden, sondern durch integrierte Heizelemente eine milde Erwärmung ermöglichen, die den Abbauprozess beschleunigt. Grundlage bildet die Forschung zur Mobilität dieser Schadstoffe und deren Abbau durch reduktive Hydrodechlorierung unter milden Bedingungen (Umgebungstemperatur und native Feuchte).

In praxisnahen Anwendungen sollen im Verlauf des Projekts exemplarisch kontaminierte Objekte im Vogtland behandelt werden. Damit greift „DeKonTex“ direkt die Ziele der „Vogtlandpioniere“ auf: die Wiederverfügbarkeit und sichere Nutzung historischer Bausubstanz in der Region. So kann nicht nur der Erhalt, sondern auch die identitätsstiftende Wirkung des kulturellen Erbes nachhaltig gesichert werden.
Das Vorhaben leistet somit einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Kulturgut – wissenschaftlich fundiert, technisch innovativ und gesellschaftlich relevant.

DEMONSTRATIONSOBJEKTE

Oberfränkisches Bauernhofmuseum in Kleinlosnitz (Bayrische Vogtland)

PROJEKTPARTNER

Institut für Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen-Anhalt e.V. (IDK)

Schlossplatz 1
01067 Dresden

Branche: Forschungsdienstleistungen
Anzahl der Mitarbeiter: bis 10

Das Institut für Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen- Anhalt (IDK e.V.), Dresden, ist ein gemeinnützig eingetragener Verein zur Koordinierung von Forschungsarbeiten und Durchführung von Untersuchungen zu naturwissenschaftlichen, ingenieurtechnischen und restauratorischen Fragestellungen im Zusammenhang mit der Instandsetzung geschädigter Denkmale.

VERBUNDKOORDINATION

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Löther

Institut für Diagnostik und Konservierung
an Denkmalen in Sachsen und Sachsen-Anhalt e.V.

Mail
Telefon: +49 351-48435 109

Dipl.-Rest. Kristin Hiemann

Institut für Diagnostik und Konservierung
an Denkmalen in Sachsen und Sachsen-Anhalt e.V.

Mail

imbut GmbH (IMBUT)

Zeulenrodaer Straße 42
07973 Greiz

Branche: Forschungsdienstleistungen
Anzahl der Mitarbeiter: bis 10

Die imbut GmbH ist auf die Entwicklung und Fertigung von textilen Speziallösungen in Kleinmengen konzentriert. Seit der Gründung im Vogtland vor knapp 30 Jahren aus dem Textilforschungsinstitut Thüringen-Vogtland e.V. (TITV) Greiz heraus hat sich das Fertigungsspektrum beständig weiterentwickelt. Verschiedene technische Textilien und Smart Textiles werden für einen breiten Kundenkreis z.B. aus den Bereichen Medizin, Bau und Automobil sowie Filtration gefertigt. Spezialfäden wie die Marke ELITEX® haben sich als eine neue Linie von elektrisch leitfähigen Garnen am Markt etabliert und werden bei der imbut weiterverarbeitet zu speziellen Heiz- und Leuchttextilien sowie sensorintegrierten Lösungen.

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK)

Karl-Liebknecht-Straße 132
04277 Leipzig

Dr. rer. nat. habil. Ulf Roland

Die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig ist eine sächsische Hochschule der Angewandten Wissenschaften, die in der Region, national und international gut
vernetzt ist und die eine enge Verknüpfung von Lehre und Forschung umsetzt. Spezielle Expertisen besitzt die HTWK traditionell in den Bereichen Bauwesen, Energie- und Umwelttechnik sowie Automatisierungstechnik.