„Als wir 2007 als MIB Coloured Field GmbH das ehemalige AEG-Gelände G in Nürnberg gekauft haben, lag die ganze Industrie außen rum am Sterben. 2008 kam die Finanzkrise oben drauf. Da war erst einmal komplett der Schwung raus, es hat den ganzen Entwicklungsprozess verlangsamt. Aber langsam ist gut, weil man dann noch einmal anders über die Sache nachdenkt. Wenn alle Entscheidungen schnell getroffen werden und man sich nicht richtig um die Orte bemühen muss, wird es weniger gut.“

VoPi. Wir stehen mit den Vogtlandpionieren ganz am Anfang, um auf innovative Weise alte Bauwerke zu erhalten und zu nutzen. Haben Sie einen Hinweis für uns, mit welchen Zeithorizonten wir bei der Wiederbelebung von alten Fabriken und Bauwerken rechnen sollten?

„Die Baumwollspinnerei in Leipzig gehört heute zu den schönsten und erfolgreich reaktivierten Industriebrachen in Europa. Aber die Anfänge waren schwer, da waren viele Momente zur Frustration dabei, auch wegen der Abstimmungsprozesse mit der Öffentlichen Hand. Aber rechnen Sie mal mit etwa zehn Jahren, bis ein neu entwickelter Standort aus alten Mauern lebt.“

Zur Person:

Bertram Schultze ist Architekt und Geschäftsführer der MIB Coloured Fields GmbH. Sein Unternehmen hat sich auf die Umnutzung von Brachflächen und die Revitalisierung von Industrieanlagen im Kontext von integrierter Stadtentwicklung spezialisiert. Sie verfügt nach 15 Jahren über eine besondere Expertise aus verlassenen Orten hochattraktive lebendige Quartiere zu entwickeln. Europaweit bekannt ist die Baumwollspinnerei in Leipzig, die jährlich tausende Besucher in den bunten Leipziger Westen lockt. Zu seinen neuesten Projekten gehört die Entwicklung des Kraftwerks Bille in Hamburg und das mutige Vorhaben um das „Kunst Kolosseum“ in Nürnberg.

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