Rund 60 Akteure aus dem Vogtland sowie Weimar und Jena machen sich auf den Weg, mit zunächst knapp 7 Mio. Euro an Fördermitteln den Strukturwandel zu unterstützen.

Am 4. Juli 2019 fand die Auftaktveranstaltung der Vogtlandpioniere in Plauen statt. WIR! steht für „Wandel durch Innovation in der Region“ und damit für das neue Förderprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

Die knapp 60 Teilnehmer aus Gera, Greiz, Plauen, Weimar und Jena haben sich zu den Themenfeldern für potentielle Projekte ausgetauscht. Die Koordinatoren von INNOVENT haben über Möglichkeiten der Beteiligung in Projekten erklärt. Das Gesamtziel des Bündnisses ist der Aufbau einer Modellregion für innovative Technologien zur Erhaltung und Nutzung von baukulturellem Erbe. Dafür sollen bis Ende 2025 mutige und neuartige Initiativen zur Stärkung der Wirtschaft, Wissenschaft, Fachkräftesicherung und Qualifizierung mit einem Fördervolumen von zunächst knapp 7 Millionen Euro umgesetzt werden.

Constanze Roth hat Informationen zum weiteren Vorgehen im Projekt erläutert. Die Website ist in Arbeit und die Ausschreibungen sind in Vorbereitung. Der ambitionierte Zeitplan wurde von Torsten Kunz erläutert und intensiv von den Teilnehmern hinterfragt. Martin Schlütter vom Projektträger Jülich aus Berlin hat den Anwesenden eine Zusammenfassung der Aufgaben und Anforderungen im WIR!-Förderprogramm während der Umsetzungsphase erläutert.

Zur Vernetzung und Ideensammlung für die zukünftigen Projekte haben sich die Akteure an Round Tables zusammengefunden und ausgetauscht. Viele interessante Gespräche haben Impulse für Projektideen geliefert. Nun gilt es die Ideen zu Verbundprojekten zu entwickeln.

Die nächste Veranstaltung der Vogtlandpioniere wird der Ideenworkshop sein. Ende August besteht dort die Möglichkeit sich mit den Koordinatoren und anderen Partnern zu Projektideen zu beraten.

Die Vogtlandpioniere wollen Technologien zur Erhaltung und Nutzung des reichen baukulturellen Erbes des Vogtlands erforschen, zu dem die Osterburg in Weida, die Göltzschtalbrücke, aber auch moderne Industriearchitektur in Berga, Gera oder Oelsnitz gehören. Ebenso von Bedeutung sind die unzähligen Kirchen in der Region sowie die Bauten der Ostmoderne wie z.B. der Bahnhof in Plauen. Hier existieren zahlreiche Fragen rund um die Erhaltung der historischen Bausubstanz, Dokumentation von Schäden durch Drohnen, Schutz vor klimatischen Belastungen wie UV-Licht durch neue Textilien, effiziente Energie- und Heizsysteme vor dem Hintergrund der Nutzung und Bewirtschaftung der Gebäude in Zeiten klammer kommunaler Kassen.

Wichtig sind uns die Ideen der Menschen aus der Region, die wir gern nachhaltig unterstützen wollen. Dazu gehört auch der Wunsch einer zentralen Einrichtung im Vogtland: damit sollen Innovationen zu neuen Materialien, digitalen Technologien, neue Verfahren und Vernetzungsmöglichkeiten zum baukulturellen Erbe ins Vogtland gebracht und alle Projekte der Vogtlandpioniere gebündelt werden. Außerdem sind Referenzobjekte in der Region geplant. Sie sollen sichtbar machen, welche neuartigen Möglichkeiten in der Denkmalpflege, Sanierung und Nutzung von Baukultur existieren, auch als Inspiration für andere Akteure mit vergleichbaren Herausforderungen in Deutschland und Europa. Was so ein Zentrum also alles leisten kann und muss, wird derzeit in einem Entwicklungskonzept von INNOVENT vorbereitet.